Orale Medikamente gegen Diabetes


Wann Diabetiker Tabletten einnehmen
Orale Medikamente gegen Diabetes

Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 genügt am Therapiebeginn häufig eine orale Einnahme von Medikamenten, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Je nach Art des Medikaments unterscheiden sich jedoch die Einnahmezeiten. Wann die Tabletten eingenommen werden.

Vor, während oder nach den Mahlzeiten, mit oder ohne zusätzlicher Flüssigkeitszufuhr: Je nach Wirkstoff werden die oralen Medikamente gegen Diabetes Typ 2 zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Art und Weise appliziert. „Um den Blutzucker gut einzustellen, spielt auch der richtige Einnahmezeitpunkt der Medikamente eine große Rolle“, erklärt Gabriele Overwiening vom Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer. Die Experten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geben Tipps für die häufigsten oral einzunehmenden Medikamente. Andere Antidiabetika werden unabhängig vom Essen appliziert.

Die Einnahme von Metformin

Metformin ist für viele Typ-2-Diabetiker Mittel der ersten Wahl. Tabletten mit diesem Wirkstoff nehmen Betroffene während oder nach der Mahlzeit ein, denn dadurch reduzieren sie Nebenwirkungen wie Übelkeit. Alkohol ist zu meiden, da dieser die Nebenwirkungen von Metformin verstärkt.

Die Einnahme von Sylfonylharnstoffen und Gliniden

Sylfonylharnstoffe regen die Betazellen der Bauchspeicheldrüse an, Insulin in das Blut abzugeben. Deshalb wirken diese Medikamente nur solange, wie die Bauchspeicheldrüse noch eigenes Insulin produziert. Sylfonylharnstoffe werden in der Regel gemeinsam mit den Gliniden morgens vor dem Frühstück mit viel Wasser eingenommen. Je nach Bedarf verteilt der Arzt die Menge auf zwei Mahlzeiten am Tag. Wie bei Metformin sollten Betroffene bei der Einnahme dieser Wirkstoffe auf Alkohol verzichten.

Die Einnahme von Alpha-Glucosidase-Hemmern

Alpha-Glucosidase-Hemmer verzögern den Abbau von Kohlenhydraten im Darm. Die Tabletten werden mit dem ersten Bissen der Nahrung unzerkaut eingenommen. Betroffene verzichten idealerweise auf Speisen mit Zucker, da sie sonst unter Durchfall als Nebenwirkung leiden können.

Auch die Art der Nahrung ist für den Wirkungseintritt entscheidend

Für den zeitlich geplanten Wirkungseintritt ist nicht nur die Einnahmezeit ausschlaggebend, sondern auch die Art der Nahrung. Fettreiche Mahlzeiten verhindern, dass der Wirkstoff zeitnah in den Darm gelangt. Erst dort gelangen sie jedoch in den Blutkreislauf. Betroffene sollten deshalb auf fettreiche Mahlzeiten verzichten, damit sich der Wirkungseintritt der Medikamente nicht verzögert.

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