Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht


Ob Fehlgeburt oder Abtreibung
Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht
mauritius images / Katsiaryna Maiseyonak / Alamy / Alamy Stock Photos

Abtreibung führt zu Brustkrebs! Diese Parole wird seit Jahren immer wieder ins Feld geführt, um schwangere Frauen von einem Abbruch abzuhalten. Dass das nicht stimmt, wird durch eine finnische Studie erneut untermauert.

In politischen Kampagnen verbreitet

Abtreibungsgegner setzen Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft beenden möchten, mit vielen Behauptungen unter Druck. Eine davon ist die Hypothese, dass Schwangerschaftsabbrüche das Risiko für späteren Brustkrebs fördern. Vor allem in den USA wurde diese „abortion-breast cancer hypothesis“ (Abtreibung-Krebs-Hypothese) über Medien und politische Kampagnen verbreitet.

Daten von 31000 krebskranken Frauen analysiert

Schon früh sprachen sich führende Krebsforschende gegen diese Annahme aus. Zudem entkräfteten auch einige Studien die Hypothese. Allerdings waren diese Untersuchungen häufig klein oder beruhten auf Selbstauskünften, was die Ergebnisse angreifbar machte. Jetzt hat eine finnische Arbeitsgruppe eine methodisch bessere Studie zu diesem Thema auf die Beine gestellt. Analysiert wurden Registerdaten von gut 31000 Frauen, die nach 1955 in Finnland geboren und zwischen 1972 und 2022 an Brustkrebs erkrankt waren.

Weder Fehlgeburten noch Abtreibungen verantwortlich

Es stellte sich heraus, dass weder gewollte Schwangerschaftsabbrüche noch Fehlgeburten in Zusammenhang mit einer späteren Brustkrebserkrankung standen. Das Risiko war bei Frauen mit einem Abbruch nicht erhöht. Interessant war auch das Ergebnis in der Subgruppe der Frauen, die in der Menopause waren und einen Abbruch oder eine Fehlgeburt erlebt hatten. Bei diesen war das Krebsrisiko sogar etwas niedriger. Auch die Anzahl der Fehlgeburten oder Abbrüche sowie das Alter der Mütter änderten nichts an dem Ergebnis.

Ergebnisse nehmen die Angst

Diese Studie widerlegt die Abtreibungs-Krebs-Hypothese erneut, schreibt das finnische Team. Ein frühzeitiger Schwangerschaftsabbruch, egal ob gewollt oder ungewollt als Fehlgeburt, hat keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. Das ist nicht nur wichtig für Schwangere, die sich für oder gegen ihr Kind entscheiden müssen. Es nimmt auch denjenigen Frauen die Angst vor Brustkrebs, die mehrere Fehlgeburten erlitten haben.

Quellen: ptaheute, Acta Obstetrica et Gynecologica Scandinavia

Unsere Partnerapotheke


 

zur Homepage

News

Gut geschützt gegen RSV
Gut geschützt gegen RSV

Per Impfung oder Antikörpergabe

Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, sind eigentlich harmlose Erkältungsviren. Bei Säuglingen drohen bei einer Infektion aber schwere Verläufe. Was schützt besser: die Impfung oder die Gabe von Antikörpern?   mehr

Sturzgefahr im Alter
Sturzgefahr im Alter

Strategien für mehr Sicherheit

Fast jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr – mit manchmal schweren Folgen. Doch vielen Stürzen lässt sich vorbeugen. Was hilft?   mehr

In Zukunft weniger Schwangerschaftsvorsorge?
In Zukunft weniger Schwangerschaftsvorsorge?

Neues Gesetz ändert Finanzierung

Ab 2027 sollen Leistungen in Frauenarztpraxen anders vergütet werden. Ärzt*innen warnen, dass dann weniger Termine für Schwangere zur Verfügung stehen könnten. Die Krankenkassen widersprechen. Was steckt dahinter?   mehr

Mit Zahnseide gegen Schlaganfall

Mann benutzt Zahnseide an den oberen Schneidezähnen.

Für Zähne und Gehirn

Um Schlaganfällen vorzubeugen, kann man so einiges tun. Aufs Rauchen verzichten, Übergewicht vermeiden, die Zähne richtig putzen – und dabei regelmäßig Zahnseide verwenden.   mehr

Aktivkohle: Wunderwaffe bei Vergiftungen?
Aktivkohle: Wunderwaffe bei Vergiftungen?

Wann der Einsatz sinnvoll ist

Aktivkohle gilt als Alleskönner bei Vergiftungen. Doch bei der Anwendung gibt es Einiges zu beachten.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Oktober

Dem Lipödem Einhalt gebieten

Dem Lipödem Einhalt gebieten

Von Kompression bis Liposuktion

Lipödeme sind nicht einfach eine Form von Übergewicht, sondern eine eigenständige Erkrankung. Neben ... Zum Ratgeber
Oberberg-Apotheke
Inhaber André Joachim Schmittner
Telefon 02262/99 98 390
Fax 02262/99 98 391
E-Mail info@oberberg-apotheke.de